Konzert der Hermannsburger Kantorei

1. Advent

In diesem Jahr kommt es im Konzert zum 1. Advent unserer Kantorei zur Begegnung mit zwei besonders festlichen Kantaten von Johann Sebastian Bach. Wir werden erinnert an das Weihnachtsoratorium, wo im 4. Teil das gleiche Klanggewand durch Hörner und Oboen das Erscheinen des Gottessohnes symbolisiert.
Bachs Kantaten helfen uns an unseren Glauben lebendig heranzukommen, indem sie uns immer tiefer in das Geheimnis der Weihnachtsbotschaft führen.

In der Kantate „Gelobet seist du, Jesu Christ“ wird das Paradox besungen, dass „der, den weder Welt noch Himmel fassen können, will in der engen Krippe sein“ (Tenor-Arie). Musikalisch wird das verdeutlicht zum einen durch große Tonsprünge, zum anderen von dem eng zusammen liegenden Klang der drei Oboen. Der Eingangschor „Gelobet seist du“ drückt die Freude der Engel in jubelnden Tonsprüngen und auf- und ablaufenden Tonreihen aus. Das erinnert bei Bach oft an die Jakobsleiter. Die Engel steigen auf und nieder und öffnen darin den Zugang zum Himmel. Diese Aussage findet Bach in dem zugrunde liegenden Luther-Lied vor, wo es in der 4. Strophe heißt „… uns in dem Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich“.
Das Duett zwischen Sopran und Alt „Die Armut, so Gott auf sich nimmt“ stellt ein einmaliges Juwel dar. In besonders ausdrucksvoller Weise geht es um den „fröhlichen Wechsel“ (Luther): Christus wird arm und unser Bruder und wir werden „erhoben zu Engels Herrlichkeiten“. D.h. wir dürfen schon hier wie in der Ewigkeit in das Lob der Engel, das in Bethlehem erklang, einstimmen. Die Arie fordert uns gleichsam auf, innerlich mitzusingen.

In der Kantate „Dazu ist erschienen der Sohn Gottes“ wird das Weihnachtsgeschehen ganz von der Botschaft des Engels erzählt „Siehe ich verkündige euch große Freude, euch ist heute der Heiland erschienen“. Der Bass singt von der Botschaft, dass durch den neu geborenen Heiland die Mächte des Bösen endgültig besiegt sind. Das kennen wir aus vielen Weihnachtsliedern und auch aus dem 6. Teil des Weihnachtsoratoriums („Tod, Teufel, Sünd und Hölle sind ganz und gar geschwächt, bei Gott hat seine Stelle das menschliche Geschlecht.“) Die fanfarenartige Dreiklänge dieses Chores erklingen in sehr ähnlicher Weise im Eingangschor unserer Kantate „Dazu ist erschienen der Sohn Gottes“. In der Tenorarie „Christenkinder, freuet euch“ wird in dem exklusiven Klang von Oboen und Hörnern (es sind Attribute für den Gottessohn) das Bild vertont, dass Jesus sich „seiner Küchlein annimmt und sie mit Flügeln decken will“. Diese Geborgenheit bei Christus drückt Bach aus in den engen Bewegungen von Instrumenten, die wie schwingende Flügel wirken.
Die Kantate schließt mit dem Ruf aus dem bekannten Weihnachtslied „Freude, Freude über Freude, Christus wehret allem Leide“ und fasst damit die Botschaft der ganzen Kantate zusammen.

Ausführende: Charlotte Wittenburg (Mitglied der Kantorei) Sopran, Nina Doormann (Alt); Philipp Polhardt (Tenor), Peter Kubik (Bass); ein Instrumentalensemble; Matthias Heßbrüggen, Orgel; Hermannsburger Kantorei, Leitung Hans Jürgen Doormann.
Das Konzert findet statt am 1. Dezember (1. Advent) um 17.00 Uhr in der St. Peter-Paul-Kirche Hermannsburg.
Eintritt: 15 €, (ermäßt für Schüler 8 €); ab 16.00 Uhr ist die Abendkasse geöffnet. Die Plätze sind nicht nummeriert.
Hans Jürgen Doormann

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