Kinderkirchentage

Mut tut gut!“ – Kinderkirchentage in Hermannsburg

Richtig mutig dabei sind rund 40 Kinder und Mitwirkende während der diesjährigen Kinderkirchentage. Als Auftakt in die Sommerferien hat unsere Kirchengemeinde gemeinsam mit der Großen Kreuzkirche (SELK) und dem CVJM zu drei gemeinsamen Projekttagen eingeladen.
Schon gleich zu Beginn werden die Kinder in eine fremde Welt entführt. Denn die Geschichte, die die Kinder während der Tage begleitet, handelt im persischen Reich. Eine märchenhafte Erzählung über das jüdische Mädchen Ester, das im Laufe ihres Lebens zur Königin wird und durch ihren Mut das Überleben ihres Volkes garantieren kann. Aber der Weg dorthin ist nicht einfach. Ein despotischer König, Intrigen, Verschwörungen und Verfolgungen müssen überstanden werden.
Die Kinder erleben alles hautnah mit, denn die Geschichte wird nicht nur erzählt, sondern von den Kindern als Spontantheater gleich mitgespielt. Kein Wunder also, dass die siebenjährige Ninke berichtet, dass ihr das Theaterspielen, das Kostüme basteln und die orientalische Tanzperformance am besten gefallen haben. Etwas robuster mag es der gleichaltrige Finn, dem das Schwerter bauen für die Wachen viel Spaß gemacht hat. Das Theaterspielen hat auch den älteren Kindern gut gefallen. „Die Rollen waren gut. Ich war schon mal in der Theater-AG in der Grundschule“ berichtet der 10jährige Hendrik routiniert.
Vorbereitet wurden die verschiedenen Stücke von Miriam Kaupat. Sie hat die Geschichte in Rollen aufgeteilt und für jedes Kind eine kleine Regieanweisung mit ein paar kurzen Sprechsätzen dabei. „Ich finde es ganz toll, dass die Kinder so engagiert mitgemacht haben. Zettel in die Hand und los,“ berichtet Kaupat, die sich auch sonst ehrenamtlich im Kindergottesdienst der St. Peter-Paul-Kirchengemeinde engagiert. An der Geschichte fasziniert sie, dass Ester, die eigentlich ein eher einfaches und schüchternes Mädchen war, sich traut, die Sache anzupacken und so Verantwortung zu übernehmen. Sich etwas zuzutrauen, das möchte Kaupat auch den Kindern vermitteln. Ihr Eindruck ist, dass viele Menschen heute einfach aushalten oder meckern, anstatt selber etwas zu machen. Umso faszinierender findet sie „Menschen, die sich entschieden haben, aus einer Überzeugung eine bestimmte Haltung  einzunehmen.“ Gott wird übrigens in der Bibel bei Ester kein einziges Mal erwähnt und doch ist er präsent. „Man muss manchmal sehr fein hinhören, wo er am Wirken ist“, gibt Kaupat als Tipp. Eben wie im echten Leben.
Zum ersten Mal als Mitarbeiter ist Christopher Richter dabei. Der 31jährige hatte vorher noch keinerlei Erfahrungen in der Jugendarbeit. Hier spielt er in der eigens gegründeten Musikband mit, leitet Arbeitsgruppen an, ist begehrter Spielpartner bei den Kids und übernimmt die Aufsicht beim Übernachten. Das Schlafen auf der Isomatte ist ihm durch seine Berufstätigkeit als Offizier der Bundeswehr nicht ganz unbekannt. „Und dort bekommt man noch weniger Schlaf“, fügt er lachend hinzu. Beeindruckt ist er von der Gemeinschaft unter den Kindern, aber auch im Mitarbeitendenteam. „Wir sind alle sehr unterschiedlich, aber trotzdem läuft alles sehr harmonisch.“ Von der Vielfalt ist auch Pastor Waldemar Rausch fasziniert, unter dessen Leitung die Veranstaltung geplant wurde: “Die Kinder merken, dass es mit Liebe vorbereitet wurde. Viele Leute haben sich eingebracht, jeder mit seinen Neigungen. Und wir feiern unter den verschiedenen Kirchendächern in unserem Ort.“ Seine persönliche Neigung setzt Rausch auch selber ein, als er nicht nur am Sonntag während des Abschlussgottesdienstes mit dem Saxophon die Band bereichert. „Sei mutig und stark, und fürchte dich nicht. Denn dein Gott ist bei dir“, singen Kinder und Erwachsene in der gut gefüllten Kirche kräftig dazu.

Ein herzliches Dankeschön an das große Mitarbeitendenteam, dass mit viel Engagement und Einsatz die Tage vorbereitet und durchgeführt hat. Herzlichen Dank für die "kirchendachübergreifende" Zusammenarbeit. So setzt sich nicht nur das Team aus verschiedenen Kirchengemeinden zusammen, sondern die Kinder konnten im Gemeindehaus der Großen Kreuzkirche übernachten und verpflegt werden, damit im Plathnerhaus und in einem vom Heimatbund zur Verfügung gestellten Zelt genug Platz für die Aktivitäten war.

"Die nächsten Kinderkirchentage werden spätestens stattfinden, wenn Janine 18 wird", verspricht Pastor Rausch zum Schluss. Die junge Beckedorferin war als Mitarbeiterin dabei und hat während der Tage ihren 16. Geburtstag gefeiert. Da bleibt doch nur zu hoffen, dass sie schnell erwachsen wird.


Wer nicht mehr so lange warten möchte, ist nach den Sommerferien wieder jeden Sonntag um 10.00 Uhr zum Kindergottesdienst eingeladen. Und auch der CVJM lädt nach den Sommerferien wieder zu seinen Jungschargruppen ein (www.cvjmhermannsburg.de). Viele der bei den Kinderkirchentagen engagierten Mitarbeitenden kann man dort wiedertreffen. Sie singen mit den Kids nicht nur die neu gelernten Kinderkirchenhits, sondern kennen auch noch einige andere spannende Geschichten über den Glauben.